Transferpreis
Transferaktivitäten
Prof. Dr. Ottmar L. Braun / Dipl. Psych. Sandra Mihailović
Das gemeinsame Projekt der Arbeitseinheit Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftspsychologie zusammen mit der CareerGames GbR umfasst zahlreiche Seminare, Trainings und E-Learning-Formate zur Förderung von Mentaler Stärke, Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen mittels Positiver Psychologie. Zentral ist das empirisch bestätigte Modell des Positiven Selbstmanagements, das auf drei Hauptkomponenten basiert: Techniken der Positiven Psychologie, Mentale Stärke (u.a. Selbstwirksamkeit, Resilienz) und langfristig positive Effekte wie Arbeitsfähigkeit und Flourishing. Teilnehmende erhalten wertvolle Entwicklungsimpulse zur Förderung ihrer mentalen Stärke.
Teilnehmende der Trainings (z.B. Führungskräfte, Mitarbeitende und Studierende) konnten ihre beruflichen Handlungskompetenzen weiterentwickeln. Die Wirksamkeit der Trainings konnte in mehr als 45 wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden. Diese Studien wurden in mehreren Büchern veröffentlicht. Darüber hinaus liefern sie reichhaltige Hinweise zur Durchführung von Trainings und E-Learnings, die die Mentale Stärke fördern.
Literatur:
Ottmar L. Braun und Sandra Mihailović (Hrsg.) (2023). Positive Psychologie: Digitale Vermittlung von Handlungskompetenzen und Mentaler Stärke. Gesundheit, Motivation und Leistung fördern. Heidelberg: Springer-Verlag.
Sandra Mihailović und Ottmar L. Braun (Hrsg.) (2024). Mentale Stärke und berufliche Kompetenzen durch E-Learning: Mit Positiver Psychologie zu Gesundheit, Glück und Erfolg. Hamburg: Windmühle-Verlag.
Dr. Claudia Menzel
Der Süd-West-Rundfunk hat eine „Planet Wissen“ Sendung zum Thema Zimmerpflanzen produziert und erarbeitet. Die angesprochenen Themen der Sendung reichten von der Geschichte der Zimmerpflanzen zu kuriosen Experimenten an Pflanzen, hin zu Fragen warum viele Menschen von Pflanzen so begeistert sind oder gesundheitlich von ihnen profitieren. Die Sendung wurde von verschiedenen kurzen Videos unterbrochen, welche Claudia Menzel und ein weiterer Gast – Andreas Gröger – wissenschaftlich eingeordnet haben. Diese Videos portraitierten beispielsweise Menschen, denen Zimmerpflanzen beim Überwinden einer Depression halfen. Zur Einordnung dieser Geschichten wurden wissenschaftliche Studien vorgestellt und für die Allgemeinbevölkerung verständlich gemacht. Auch theoretische Ansätze, die erklären, warum Natur und Zimmerpflanzen sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken können, wurden nebst einer eigenen Forschungsarbeit vorgestellt. Am Ende ging es um ganz praktische Tipps, z.B. wie man Frustration bei der Pflege vermeidet oder nachhaltig an neue Zimmerpflanzen kommt. Die Sendung war auch dank des Moderator*innen-Teams sehr lebensnah gestaltet. Die ganze Sendung kann online hier [https://www.planet-wissen.de/video-zimmerpflanzen--zeitgeist-mit-geschichte-100.html] abgerufen werden.
Dr. Philipp Herzog / Dr. Tim Kaiser / Prof. Dr. Ad de Jongh
Ziel dieses peer-reviewten Fachartikels, der sich an alle Mitglieder der Psychotherapeutenkammern in Deutschland wendete (siehe unten; Herzog et al., 2023a), war es, jene Fehlannahmen von traumafokussierter Psychotherapie näher zu beleuchten, die im Zusammenhang mit der mangelnden Implementierung evidenzbasierter Verfahren zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) stehen. Der erste Teil stellte aktuelle wissenschaftliche Befunde und Probleme bei der Implementierung dieser Verfahren in Deutschland vor und konnte aufzeigen, dass trotz zunehmender Evidenz traumafokussierter Psychotherapie, diese zu selten eingesetzt wird. Anschließend wurden Mythen, die das Versorgungsproblem beeinflussen, analysiert und Empfehlungen für die Praxis sowie die Implementierung der Leitlinien gegeben. Die Zukunft der traumafokussierten Psychotherapie wurde diskutiert. Der Artikel wurde auf Social Media (v. a. X) geteilt und erreichte eine breite Öffentlichkeit, was zu neun Leserbriefen und zwei ausführlichen Repliken führte, die in den folgenden Ausgaben des Psychotherapeutenjournals veröffentlicht wurden.
Herzog, P., & Kaiser, T., De Jongh, A. (2023a). Wie Mythen der traumafokussierten Psychotherapie eine adäquate Versorgung erschweren: Ein Plädoyer zur Implementierung evidenzbasierter Verfahren in Deutschland. Psychotherapeutenjournal, 22 (1/2023), 30-36.
Repliken auf Leserbriefe:
Herzog, P., & Kaiser, T., De Jongh, A. (2023b). Von Rückschritten zu Fortschritten in der Psychotraumatologie: Eine Replik, warum nur Unterschiede einen Unterschied machen. Psychotherapeutenjournal, 23 (2/2023).
Herzog, P., & Kaiser, T., De Jongh, A. (2023c). Hände weg vom Klopfen!. Psychotherapeutenjournal, 23 (3/2023).
Andrea Kircher / Dr. Simone Pfeiffer
Obwohl viele Jugendliche von psychischen Störungen betroffen sind und diese mit einem hohen Leidensdruck und einer hohen Beeinträchtigung einhergehen, ist die Behandlungsrate gering. Hauptgründe hierfür sind Wissensdefizite und die Angst vor Stigmatisierung. Niederschwellige Interventionen wie Aufklärungsbroschüren können Barrieren zur Inanspruchnahme von Psychotherapie senken. Die Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes – Jugendalters entwickelte unter der Leitung von Dr. Simone Pfeiffer und Andrea Kircher gemeinsam mit Jugendlichen und Fachkräften der Jugendarbeit zwei Broschüren zur Aufklärung und Entstigmatisierung von Psychotherapie und psychischen Störungen. Die Ergebnisse einer Evaluation der Wirksamkeit der Broschüren zeigten einen nachhaltigen Wissenszuwachs über Psychotherapie und psychische Störungen und einen Zuwachs der Bereitschaft zur Aufnahme einer Psychotherapie. Der hohe Profit des Einbezugs von gesellschaftlichen Akteuren spiegelt sich unter anderem in den hohen Akzeptanzwerten und dem positiven Feedback zur Broschüre wider.
Beide Broschüren sind kostenlos digital verfügbar und können hier heruntergeladen werden: https://osf.io/5wysm/files/osfstorage
Dr. Claudia Menzel / Siân de Bell / Julius Cesar Alejandre
Die menschliche Gesundheit ist eng mit der Umwelt verbunden. Medikamentenverschmutzungen in Wasser und Boden sowie die positiven Effekte von Naturaufenthalten auf die physische, psychische und soziale Gesundheit von Menschen verdeutlichen dies. In einigen Ländern, wie Großbritannien, ist das sogenannte "nature-based social prescribing" etabliert, bei dem Ärzt*innen – je nach Bedarf variierende – Aktivitäten in der Natur verschreiben können. Erste Studien zeigen die Wirksamkeit dieser Maßnahmen.
Um die Implementierung solcher Programme auch in anderen Ländern zu fördern, haben Nachwuchswissenschaftler*innen aus Großbritannien und Deutschland einen bi-nationalen Workshop entwickelt. Dieser Workshop, finanziert durch den British Council, zielte darauf ab, Möglichkeiten und Barrieren für die Einführung von nature-based social prescribing in verschiedenen Kontexten zu identifizieren. Um hier weitere Fortschritte zu machen und auch in Deutschland ein solches Programm zu etablieren, wurden Expert*innen aus Gesundheit, Umwelt und Politik zu einem 1,5-tägigen Workshop eingeladen, um über wissenschaftliche Hintergründe und Best-Practice-Beispiele zu diskutieren. Fünf relevante Bereiche für die Implementierung wurden identifiziert: Kapazitätenbildung, universeller Zugang, übergreifende Netzwerke, standardisierte Implementierung zur Evaluation und nachhaltige Förderung. Insgesamt dient nature-based social prescribing der Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und damit einhergehend der Senkung der Gesundheitskosten. Die Workshop-Ergebnisse wurden in Environment International [https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412024003878] publiziert und bereits im Juli 2023 im House of Lords, Westminster, vorgestellt.
Karen Hamann
Das Wandelwerk Umweltpsychologie hat es sich als Ziel gesetzt, umweltpsychologisches Wissen in die Praxis zu bringen und so durch Wissenschaftstransfer zu einer sozial-ökologischen Transformation beizutragen. Workshops, Vorträge, Interviews, Artikel und Seminare des Wandelwerks Umweltpsychologie e.V. richten sich sowohl an Nachhaltigkeitsinitiativen als auch die interessierte Bevölkerung. Frau Hamann hat sich intensiv mit der Gründung beschäftigt, Workshopleiter*innen in einem viertägigen Seminar ausgebildet, Interviews geführt (z.B. mit Brigitte, Zeitpunkt), Vorträge gehalten und Workshops selbst geleitet (z.B. bei ,,Nachhaltiges Engagement
Osnabrück", econsense e.V. und dem Netzwerktreffen Bildung für Nachhaltige Entwicklung München. www.wandel-werk.org
Beispiele für Aktivitäten:
lnterview mit Brigitte , lnterview mit Zeitpunkt , Klimacamp im Leipziger Land , Nauener Gespräche
Ökoprojekt MobilSpiel e.V., Netzwerktreffen März 2018, München (Dossier Nr. 13)
(Wir übernehmen keine Haftung für die verlinkten Inhalte.)
Nadine Knab
Das Fachnetzwerk Sozialpsychologie für Flucht und Integration beantwortet Fragen aus der Praxis durch kurze allgemeinverständliche Artikel von Wissenschaftler*innen aus der Sozialpsychologie. Ziel ist es, die Integration Geflüchteter zu erleichtern und das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Geflüchteten zu verbessern. Aktuell besteht das Fachnetzwerk aus zehn Sozialpsycholog*innen aus Deutschland, Nadine Knab ist Editorin. Zu konkreten Themen werden Expert*innen angefragt, deren Beiträge durch ein Redaktionsteam besprochen, von mindestens zwei Personen begutachtet und dann – thematisch gegliedert – auf der Webseite www.fachnetzflucht.de veröffentlicht sowie über einen Email-Verteiler kommuniziert. Einmal jährlich wird auf einem Jahrestreffen Rückmeldung zu den Materialien aus der Praxis eingeholt wird. 2018 fand dieses Treffen in Hagen statt.
Seit Januar 2019 wird das Fachnetzwerk gefördert durch die Anschubfinanzierung der Universität Koblenz-Landau.
Dr. Katja Pook
Gesellschaft verändert sich, und Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen stehen kontinuierlich neuen Herausforderungen gegenüber. Studierende der Psychologie (M. Sc.) unterstützen deren Kompetenzentwicklung mit Workshops, Seminaren und Trainings – und lernen dabei viel über die Lebensrealitäten gesellschaftlichen Handelns. Rund 140 Personen nehmen jährlich teil. Die Themen sind abgestimmt auf den jeweils aktuellen Bedarf. Kooperationspartner in Themenabstimmung und Umsetzung sind derzeit die Polizeidirektion Landau sowie die DRK Rettungsdienst Südpfalz GmbH. Teilnehmende an den Veranstaltungen kommen jedoch auch aus diverse anderen Einrichtungen wie Arbeitsagentur, Stadtverwaltung, THW, Forstamt, Vermessungs- und Katasteramt, anderen Einheiten der Polizei (z.B. aus Ludwigshaben, Germersheim, Wörth), etc. Im Zyklus 2018/19 wurde erstmalig auch ein Angebot für ehrenamtlich Tätige aufgenommen, die damit unentgeltlichen Zugang zu Weiterbildung und Austausch erhalten. Durch die Realisierung dieses Service Learning-Konzeptes profitieren die Beschäftigten des öffentlichen Sektors, Studierende stellen im Kundenkontakt ihre Kompetenzen als Trainer*innen und Moderator*innen unter Beweis und setzen sich reflektierend mit dem gesellschaftlichen Mehrwert ihrer Tätigkeit auseinander.
JProf. Dr. Selma Rudert
Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum man alleine eigentlich nie so richtig glücklich ist? Wieso wir uns in unseren Entscheidungen und Urteilen so stark von anderen beeinflussen lassen? Oder weshalb Menschen in Gruppen manchmal die größten Dummheiten begehen, obwohl man den Einzelnen viel mehr Vernunft zugetraut hätte? Solche und ähnliche Fragen stellen sich Sozialpsychologinnen und Sozialpsychologen – und finden spannende Antworten.
Um diese Fragen und Antworten nicht nur im sprichwörtlichen „Elfenbeinturm“ der Wissenschaft zu diskutieren, sondern auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen, wurde das Portal „Forschung erleben“ ins Leben gerufen.Das aus ForscherInnen mehrerer Universitäten im deutschsprachigen Raum bestehende Redaktionsteam veröffentlicht alle zwei Wochen einen kurzer Beitrag („Wussten Sie …?!“). Diese Beiträge greifen jeweils ein Thema aus der aktuellen Forschungsliteratur auf und stellen dies spannend und allgemeinverständlich dar, mit dem Ziel, möglichst viele Menschen für Fragestellungen der Sozialpsychologie zu begeistern.
http://www.forschung-erleben.de/
Prof. Dr. Benjamin Hilbig
Mit dem Ziel, theoretische Neuentwicklungen aus der Persönlichkeitsforschung für die Allgemeinheit aufzubereiten und eine psychologisch fundierte Sicht auf sog. "böse" Eigenschaften zu fördern, wurden zunächst Pressemitteilungen in Deutsch und English verfasst, die von den Universitäten Kopenhagen, Ulm und Koblenz-Landau verbreitet wurden. Das Thema wurde innerhalb weniger Wochen von über hundert Online- und Printmedien sowie Radiosendern aufgegriffen, auf Anfrage wurden Interviews (oder weiteren Erläuterungen) gegeben. Die Streuung beläuft sich auf mehrere hundert Million Leser/Hörer in mehr als 120 Ländern weltweit.
Pressemitteilung der Universität Koblenz-Landau:
https://www.uni-koblenz-landau.de/de/aktuell/archiv-2018/studiedfaktor
Beispielbeiträge und Interviews:
http://www.darkfactor.org/#media
Zudem sind hierüber in mehreren Sprachen kostenlose, anonyme Self-Assessments verfügbar.
Raphael Gutzweiler, Simone Pfeiffer & Prof. Dr. Tina In-Albon
Psychische Gesundheit ist eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung. Dies gilt besonders mit Blick auf die Prävention psychischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Für diese Zielgruppe zeigen sich Fähigkeiten im Umgang mit Gefühlen bzw. emotionale Kompetenz als wesentlicher Faktor psychischer Gesundheit. Daher hat die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters ein modularisiertes Präventionsprogramm zum Thema emotionale Kompetenz entwickelt. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit regionalen Schulen wird das Programm seit 2014 von Bachelorstudierenden der Psychologie unter Betreuung eines Dozierenden in Grund- und weiterführenden Schulen durchgeführt. Definition und Aufbereitung der Inhalte erfolgen in Abstimmung mit den Schulen unter Einsatz altersentsprechender evaluierter Materialien und Maßnahmen. 2017 nahmen 12 Schulen mit 57 Klassen und insgesamt ca. 1200 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 1 bis 10 am Projekt teil.
Inzwischen steigt die Bekanntheit des Projektes unter anderem durch Kooperation mit der Resilienzinitiative des Pfalzklinikums Klingenmünster und fünf Lions-Clubs der Vorderpfalz. Letztere haben zudem durch ihre finanzielle Unterstützung eine wissenschaftliche Evaluation des Projekts ermöglicht.
Hierzu ein Beitrag im Deutschlandfunk
Der Begriff „Alternative Fakten“ wurde von Kellyanne Conways, einer Beraterin des US-Präsidenten, im Januar 2017 erstmals verwendet. Schnell entwickelte sich dieser Begriff zum Synonym einer politischen Diskussionskultur, in der Unterschiede zwischen objektiven Fakten und subjektiven Bewertungen verschwimmen und verwischt werden.
Psychologische Forschung kann einen Beitrag zum Verständnis der Verbreitung und Akzeptanz „Alternativer Fakten“ leisten. Juniorprofessor Dr. Tobias Rothmund hat über insgesamt fünf Jahre hinweg gemeinsam mit Prof. Dr. Mario Gollwitzer den Einfluss individueller Motivlagen auf die Verarbeitung von Evidenzinformationen empirisch untersucht. Die gesellschaftliche Debatte um „Alternative Fakten“ stellte eine Gelegenheit dar, das psychologische Phänomen des motivierten Umgangs mit wissenschaftlicher Evidenz anhand dieses aktuellen Themas zu illustrieren. Im September 2017 wurde eine entsprechende Pressemitteilung durch die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) versandt. Anschließend wurden die Erläuterungen in Presse, Hörfunk und TV aufgegriffen und im Rahmen von Interviews (bspw. Tagesthemen, Deutschlandfunk) und Berichten (bspw. Die Zeit) vertieft. In Zeiten polemisierender Strömungen ist es noch wichtiger, diesen wissenschaftliche Erkenntnisse entgegen zu stellen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
"Interview in der ARD Mediathek LINK nicht mehr VORHANDEN!
Prof. Dr. Gerhard Reese
Wissenschaft ist nicht (immer) abstrakt und knochentrocken. Sie kann auch unterhaltsam sein und ganz konkret greifbar gemacht werden – zum Beispiel durch einen „Science Slam“ Kurze und prägnante wissenschaftliche Vorträge werden in einem ausgelassenen abendlichen Rahmen präsentiert und erreichen damit Zielgruppen jenseits der Wissenschaft und auch fern üblicher Medien, in denen sonst Umwelthemen behandelt werden (z.B. Magazine, Wochenzeitungen). Auf diese Form der Wissensvermittlung setzt auch Prof. Dr. Gerhard Reese. Durch einen humoristisch-ironischen Umgang mit wissenschaftlicher Thematik wird umweltpsychologische Forschung für ein breiteres Publikum verständlich und bleibt in Erinnerung. Ironie ist dabei eine unerlässliche Zutat: Ausgangspunkt seines Beitrags „Ein Herz für den Klimawandel“ ist die Idee, dass der Klimawandel doch auch sehr gute Seiten hat (Baden am Nordpol, eine Leben ohne gefährliche Eisbären, …) aber aufgrund verschiedener Akteure verhindert wird. Das Publikum soll daher in die Lage versetzt werden, zu weniger Umweltschutz beizutragen – alles untermauert mit Ergebnissen psychologischer Forschung. Die wissenschaftlichen Befunde werden darüber hinaus noch gesellschaftspolitisch verankert und deren Notwendigkeit für die Sicherstellung einer eisbärfreien Zukunft expliziert.
Prof. Dr. Michaela Maier
Das „TV-Duell“ kann als das bedeutendste Einzelereignis während des Bundestagswahlkampfes 2017 gelten. Als abgegrenztes Format ist das TV-Duell für die Wissenschaft eine herausragende Möglichkeit, mehr über Wahlkämpfe und deren Rezeption zu erfahren. Nicht zum ersten Mal wurden am Campus Landau durch das Team von Prof. Dr. Michaela Maier die Echtzeitreaktionen von Rezipient*innen während einer solchen Debatte erhoben und durch quasiexperimentelle Panelbefragung ergänzt. Als Großereignis erfährt das TV-Duell regelmäßig eine hohe mediale Aufmerksamkeit. Die damit verbundene Pressearbeit und Medienberichterstattung zum Projekt „Televised Debates: Das TV-Duell 2017“ erreichte durch regionale und überregionale Print- und Rundfunkmedien ein großes Publikum (ARD, ZDF, SWR, Phoenix, usw.). Die Berichte über diese Studie und deren erste Ergebnisse waren eingebunden in die tagesaktuelle Berichterstattung über das TV-Duell. Die Studienergebnisse wurden so Teil des medialen und politischen Diskurses rund um das TV-Duell. Am Beispiel des apparativen Verfahrens zur Messung der Echtzeitreaktionen konnte sozialwissenschaftliche Forschung gut illustriert werden und gewährte dem Publikum einen anschaulichen Einblick in wissenschaftliche Prozesse.
Prof. Dr. Melanie Steffens
Planet Wissen (ARD-alpha) ist eine der großen Sendereihen im deutschen Fernsehen, die versuchen Wissenschaft verständlich einem breiten Publikum zu vermitteln. Im Beitrag „Vorurteile: Wie sie unser Leben bestimmen“ (08.09.2017; 58:36 Min.) war auch Prof. Dr. Melanie Steffens als Expertin ins Studio geladen. Neben Basiswissen zum Thema wurden dabei einige Beispiele ihrer eigenen Forschung behandelt, unter anderem, wie Sprache dazu beiträgt, Vorurteile aufrecht zu erhalten, und wie Vorurteile verringert werden können, ohne Widerstände bei der Zielgruppe zu wecken. Durch einen solchen Beitrag kann die Einsicht darüber gefördert werden, unter welchen Umständen unsere Eindrücke und Entscheidungen in Bezug auf andere Menschen von Vorurteilen geprägt sein können und wie sich dieser Einfluss verringern lässt.
Die Sendung kann hier angesehen werden.
Nadine Knab, M.Sc.
Wissenschaft & Frieden ist eine interdisziplinäre Fachzeitschrift für Friedensforschung, Friedenspolitik und Friedensbewegung. Sie erscheint seit 1983 und publiziert zu friedenspolitischen Themen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Expert*innen thematisieren dabei z.B. Wege und Möglichkeiten zur zivilen Konfliktlösung oder zur Einhaltung von Menschenrechten. Beiträge beziehen aus naturwissenschaftlicher, politikwissenschaftlicher, sozialwissenschaftlicher und psychologischer Sicht Position zur Verantwortung der Wissenschaft für gesellschaftliche Prozesse. Seit Sommer 2015 ist Nadine Knab für das Forum Friedenspsychologie e.V. (Mitherausgeber) Mitglied in der Redaktion. Dafür erstellt sie Heftkonzepte (z.B. 2-2017 Flucht und Konflikt) oder schreibt eigene Artikel.
Das in Rheinland-Pfalz etablierte Projekt „Zeitung lesen macht Azubis fit!“ (ZeiLe) wurde im Projektjahr 2016/2017 zum zehnten Mal durchgeführt. Über 10.000 Auszubildende haben bereits teilgenommen. ZeiLe untersucht die Wissens- und Kompetenzentwicklung von Auszubildenden in einem quasi-experimentellen Design. Dazu werden die Auszubildenden in zwei Gruppen unterteilt. Auszubildende der Experimentalgruppe lesen täglich die regionale Tageszeitung und beantworten in mehrwöchigen Abständen Fragen zu den Inhalten der Tageszeitung. Auszubildende der Kontrollgruppe tun dies nicht. Zu Beginn und am Ende des Ausbildungsjahres beantworten beide Gruppen umfangreiche Wissens- und Kompetenztests. Durch den Vergleich der Messergebnisse über die Zeit hinweg und zwischen Kontroll- und Experimentalgruppe lassen sich Wirkungen der Medienrezeption auf das Wissen quantifizieren. Die Projektergebnisse werden dabei seit über 10 Jahren regelmäßig in der Tagespresse kommuniziert und wurden im Sommer 2017 auf einem hochkarätigen Kongress in Mainz mit über 100 Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vorgestellt.
Prof. Dr. Annette Schröder/Dr. Alexandra Zaby
Der gemeinnützige Verein „Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.“ verfolgt unter dem Dach der Stiftung Deutsche Depressionshilfe das Ziel, die gesundheitliche Situation depressiver Menschen zu verbessern, das Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung zu erweitern und Suiziden vorzubeugen. Zahlreiche Städte und Kommunen haben sich dem Bündnis angeschlossen und engagieren sich auf lokaler Ebene, so auch Landau und die Südliche Weinstraße.
Die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie des Erwachsenenalters hat zusammen mit der Psychotherapeutischen Universitätsambulanz in den letzten Jahren bei verschiedenen Veranstaltungen das Thema seelische Gesundheit mittels Informationsständen interessierte Bürger*innen angesprochen. Als Kooperationspartner des Bündnisses sind sie außerdem in zahlreichen Vortragsrunden (z.B. im Haus der Familie, bei der Caritas u.ä.) und kleineren Treffen mit Interessierten, Betroffenen oder deren Angehörige aktiv. „Das seit 5 Jahren bestehende Bündnis (…) trägt wesentlich zur Information der Öffentlichkeit zum Thema Depression bei. Zentraler Wirkfaktor ist die weitläufige Vernetzung unterschiedlicher Leistungsanbieter im Bereich der Depressionsversorgung mit Betroffenen, Angehörigen und interessierten ehrenamtlichen Helfern. Mittels vielfältiger Aufklärungskampagnen konnten Berührungsängste mit dem Thema Depression reduziert werden. (…)“ („Ein Bündnis gegen Depression“. S. 11)
Bündnis gegen Depression Landau-Südliche Weinstraße e.V.
Depressive Störungen sind eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Neben der Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung und der Stärkung der Prävention setzt man – insbesondere bei leichten und mittelschweren depressiven Störungen – vermehrt auch auf aktivierende Elemente wie Sport und Bewegungstraining.
In dem von der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz initiierten Modellprojekt „Der Depression Beine machen!“ wurden depressive Patientinnen und Patienten angesprochen und über die Dauer von einem Jahr beim wöchentlichen Lauftraining therapeutisch begleitet. An den drei Standorten Koblenz, Mainz und Landau wurden seit Herbst 2015 (mit Schwerpunkt 2016) Laufgruppen für Menschen mit Depression erprobt. Jede Gruppe wurde von einer sportfachlichen und einer psychotherapeutischen Begleitperson (in Landau Dr. Jens Heider) unterstützt. Das Projekt wurde vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung an der Universität Koblenz-Landau wissenschaftlich begleitet und evaluiert.
Das Modellprojekt hat 2016 und 2017 regional und überregional große mediale Aufmerksamkeit erlangt (siehe z.B. hier).