Angebote für Therapeut:innen
Für Ihre Teilnahme als Therapeut:in an der APP(-basierten Diagnostik) bieten wir Ihnen folgende Vorteile:
- Workshops
Die Sie sich für Ihre theoretische Ausbildung anrechnen lassen könnenDie neuesten Workshop-Termine entnehmen Sie bitte der Übersicht für Theoriestunden in psychoWeb
- Arbeitsblätter
aus der KVT in digitaler Form auf m-Path direkt verfügbar- Stimmungs- und Aktivitätenprotokoll
- ABC(DE)-Schema
Vor- und Nachbereitung Expositionsübungen
- Kostenfreie Gruppensupervision
Terminvereinbarung über den Olat-Kurs Ambulanz für Personalisierte Psychotherapie (APP)
- m-Path Support on demand
Zur Vereinbarung eines Termines, melden Sie sich als Therapeut:in bitte per Mail beim Projekteam (lisa.kolbgrunder(at)rptu.de oder simon.stenkamp(at)rptu.de)
- Olat-Kurs
- Zugang erhalten Sie, sobald Sie an einem Workshop zur Einführung in die APP am WiPP teilgenommen haben
Vorteile der APP für Therapeut:innen
Durch den Einsatz digitaler Methoden erhalten Therapeut:innen tiefe Einblicke in das Erleben und Verhalten ihrer Patient:innen im Alltag - also auch außerhalb von Therapiesitzungen.
Automatisierte Erfassung von Emotionsregulation
Im Rahmen der APP bieten wir Ihnen eine standardmäßige Erfassung diverser Facetten von Emotionsregulation Ihrer Patient:innen anhand des neu entwickelten Fragebogens SERiEL (Scale for Emotion Regulation in Everyday Life). Dieser erfasst unter anderem die aktuelle Stimmung, Emotionen, Emotionsregulationsstrategien und -ziele sowie den Erfolg der Emotionsregulation in unangenehmen und angenehmen Alltagssituationen Ihrer Patient:innen über den Therapieverlauf hinweg. Zur Erfassung können Sie die von uns bereit gestellten Protokolle ganz einfach nutzen.
Längsschnittliche Datenerfassung im Alltag der Patient:innen
Diese kontinuierlich erhobenen Daten ermöglichen ein besseres Verständnis u.a. von individuellen Mustern, Veränderungen über die Zeit und Interventionseffekten. Zudem ermöglichen Sie im Sinne einer vertieften Diagnostik die Möglichkeit zur Eruierung von wiederkehrenden belastenden Situationen und dem Umgang mit diesen. Dies kann als Anhaltspunkt für die Auswahl therapeutischer Interventionen genutzt werden. Auch ist eine Erfassung individueller Therapieziele Ihrer Patient:innen und deren Annäherung an diese im Verlauf durch idiografische Items (d.h. in Zusammenarbeit mit Patient:innen generierte Items) möglich.
Digitalisierung klassischer Arbeitsblätter der KVT
Zudem bietet die APP Ihnen die Möglichkeit, klassische therapeutische Interventionen (Arbeitsblätter) in digitaler Form an Ihre Patient:innen zu übermitteln (u.a. Stimmungs- und Aktivitätenprotokoll).
Datengestützte Anpassung des Therapieprozesses
Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit, die Psychotherapie gezielt und datengestützt anzupassen. Therapeut:innen können so erkennen, ob eine Intervention wirkt, ob Veränderungen notwendig sind oder ob bestimmte Themen stärker in den Fokus gerückt werden sollten. Dies kann die Effektivität und Effizienz der Behandlung fördern.
Stärkung der therapeutischen Beziehung
Die APP stärkt auch die Zusammenarbeit zwischen Therapeut:in und Patient:in. Die gemeinsame Reflexion der erhobenen Daten fördert Transparenz und Eigenverantwortung.
Unterstützung bei Ausbildung und Supervision
Nicht zuletzt unterstützt die APP auch Ausbildung und Supervision: Visualisierte Therapieprozesse und strukturiertes Feedback erleichtern Fallbesprechungen, Dokumentationen und die Vermittlung von therapeutischen Prozessen an Ausbildungsteilnehmer:innen.
Insgesamt ermöglicht die APP eine moderne, individualisierte und wissenschaftlich fundierte Psychotherapie - und stellt damit eine zukunftsweisende Erweiterung der traditionellen Diagnostik- und Behandlungsmethoden dar.
Einsatz von m-Path in der Psychotherapie
m-Path ermöglicht Ihnen in der Rolle des/der Psychotherapeut:in eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Erfassung und Nutzung von Daten im Rahmen Ihrer psychotherapeutischen Behandlung – auch über das Angebot innerhalb der APP hinaus:
Individuelle Fragebögen gestalten
Therapeut:innen können Fragebögen mit allen erdenklichen Inhalten (bspw. Stimmung, Gedanken, Verhalten, Therapieziele oder Symptomen) frei zusammenstellen. Diese können individualisiert für jede/n Patient:in angelegt werden, oder – einmal angelegt – über mehrere Patient:innen hinweg automatisiert genutzt werden. Zudem können die Befragungen einmal am Tag, mehrmals am Tag oder in bestimmten Situationen ausgelöst werden - ganz flexibel an das Therapiesetting und den Alltag der Patient:innen anpassbar.
Visuelle APP-Ergebnisse
Alle Patient:innenrückmeldungen werden in individualisierbaren und übersichtlichen Dashboards dargestellt. So lassen sich Veränderungen über die Zeit, wiederkehrende Muster und Interventionseffekte visuell abbilden und leichter interpretieren.
Integration in den Therapieverlauf
Die erhobenen Daten können mit Unterstützung der visuellen Dashboards mit dem Patient:innen besprochen und in die Therapieplanung integriert werden. Dies fördert die Transparenz, Motivation und Selbstreflexion.
Datenschutzkonform und sicher
m-Path speichert alle Daten verschlüsselt auf sicheren Servern und erfüllt die Anforderungen der geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen.
FAQ für Therapeut:innen
Im Folgenden sind die häufigsten Fragen und Antworten bezüglich der APP-basierten Diagnostik und m-Path zusammengetragen.
Ist APP eine Studie?
Nein, APP ist keine Studie, sondern eine zusätzliche Diagnostik, die seit Oktober 2025 am WiPP durchgeführt wird. Der Vorteil dieser Diagnostik im Vergleich zur bisherigen Verlaufsdiagnostik sind zweiwöchige Erhebungen im Alltag der Patienten und Patientinnen in jeder Phase der Therapie. Die Daten geben Einblicke in den Alltag der Patienten und Patientinnen und ermöglichen einen Vergleich der Ergebnisse aus verschiedenen Therapiephasen. Die Einführung der APP-Diagnostik am WiPP wird allerdings von einem Studienteam begleitet, welches die Machbarkeit und Akzeptanz des Vorhabens, Hindernisse bei der Implementierung sowie den Nutzen der neuen Diagnostik für die Therapie evaluiert.
Sind Therapieplätze daran geknüpft, dass Patienten und Patientinnen bei der zusätzlichen Diagnostik mitmachen?
Nein, APP ist freiwillig. Im Gespräch zur Diagnostik werden Patienten und Patientinnen über die Möglichkeit der zusätzlichen Diagnostik informiert. Einen Therapieplatz erhalten sie auch, wenn sie sich gegen die zusätzliche Diagnostik entscheiden. Dies können sie auch im Verlauf der Therapie, zum Beispiel, indem sie Befragungen nicht ausfüllen oder ihre Therapeuten oder Therapeutinnen darüber informieren, dass sie die Befragungen nicht weiter erhalten möchten.
Wie genau ist der Ablauf für APP-Patienten und Patientinnen nochmal?
Jeder Patient und jede Patientin erhält nach dem Erstgespräch einen Diagnostik-Termin. In dem Termin wird die Routine-Diagnostik am WiPP und die zusätzliche Diagnostik mittels m-Path erklärt. Patienten und Patientinnen, die die zusätzliche Diagnostik in Anspruch nehmen möchten und mit der m-Path Nutzung einverstanden sind, erhalten bereits in der Wartezeit über zwei Wochen täglich die ersten Befragungen zu Emotionsregulation. Anschließend werden die Befragungen in jeder Therapiephase neu gestartet. Das APP-Team übernimmt den Start der Befragung in der Wartezeit. Im Verlauf der Therapie werden die Befragungen von den Therapeuten und Therapeutinnen eingestellt. Der Ablauf ist auch nochmal als Grafik angehängt.
Wird für das Gespräch zur Diagnostik eine Sprechstunde oder eine probatorische Sitzung verwendet?
Nein, die APP-Gespräche werden in der Regel von nicht-approbierten wissenschaftlichen Hilfskräften durchgeführt und finden zusätzlich zu allen abrechenbaren Sitzungen statt.
Wann muss ich die idiografischen Items im Fragebogen ergänzen?
Die idiografischen Items sollen in den Befragungen ab KZT 1 erhoben werden. Für die Patienten und Patientinnen wird dadurch die Motivation für die Befragungen erhöht. In der Therapie kann die Auswertung der idiografischen Items genutzt werden, um die Veränderung von Problemen und Ziele zu beobachten.
Ich habe in der Probatorik keine Zeit idiografische Items zu erarbeiten. Was soll ich tun?
Der Leitfaden zur Erstellung idiografischer Items soll eine Orientierung darstellen. Die Items können auch formuliert werden, wenn sowieso über Probleme oder Ziele gesprochen wird. Auch die Formulierung muss in der Sitzung selbst noch nicht perfekt sein und kann im Nachhinein noch entsprechend der Vorgaben angepasst werden.
Wird für APP die Vergütung der Diagnostik gestrichen?
Nein, die bisherige Vergütung für diagnostische Leistungen bleibt wie gehabt. Sie erhalten zusätzlich für jeden APP-Patient und jede APP-Patientin 50€ als Aufwandsentschädigung. Die Aufwandsentschädigung wird im Quartal der Übernahme des Patienten oder der Patientin ausgezahlt.
Meine m-Path Anmeldung funktioniert nicht oder dauert zu lange. Was kann ich tun?
Manchmal scheint es Schwierigkeiten mit der 2-Faktoren Authentifizierung zu geben. Ein Problem kann das fehlende bzw. instabile WLAN-Netzwerk und die schlechte Datenverbindung mit dem Handy am WiPP sein. Sollte die Anmeldung häufiger nicht funktionieren oder zu lange dauern, kann die 2-Faktoren Authentifizierung deaktiviert werden. Sie ist für die Administrator:innen verpflichtend und wird ansonsten empfohlen. Der technische Support kann bei der Deaktivierung unterstützen.
Ich habe keine Zeit, um die APP-Ergebnisse zu besprechen. Was kann ich tun?
Die APP-Ergebnisse sollen die therapeutische Arbeit unterstützen. Wir empfehlen, die Ergebnisse nach jeder Erhebungsphase mindestens einmal zu besprechen. Patienten und Patientinnen haben in unseren Stakeholdermeetings berichtet, dass eine Rückmeldung für sie sehr wichtig ist. Erst dann wissen sie, wofür die täglichen Erhebungen gut waren. Es müssen aber nicht immer alle Ergebnisse zurückgemeldet werden. Es reicht völlig, ein Ergebnis zu wählen, was für die aktuelle Therapiesitzung oder -phase sowieso relevant ist. Die kostenfreie Supervision kann vor allem am Anfang dabei unterstützen, diese Auswahl sinnvoll zu treffen. Dann lassen sich die Ergebnisse gezielter und damit effizienter in den Sitzungen nutzen.
In den täglichen Befragungen wird Emotionsregulation abgefragt. Das passt nicht zu meinem Patient / meiner Patientin. Was kann ich tun?
Wir haben Emotionsregulation für die täglichen Befragungen ausgewählt, weil es transdiagnostisch ist und bei sehr vielen psychischen Problemen eine Rolle spielt. Trotzdem kann es sein, dass es bei manchen Problemen oder in manchen Phasen als Erhebung nicht sinnvoll erscheint. Die Befragung kann trotzdem weiter genutzt werden. Sollten Patienten oder Patientinnen die Befragung aber nicht fortsetzen wollen, müssen die Fragebögen nicht mehr eingestellt werden, da die Befragungen freiwillig sind.
Mein Patient / meine Patientin sagt, dass sie nicht jeden Tag eine belastende und eine angenehme Situation erlebt. Kann sie die Befragung dann überspringen?
Nein, die Fragen können nicht übersprungen werden. Belastende und angenehme Situationen müssen nicht groß und besonders sein. Es dürfen auch kleine alltägliche Situationen sein, wie ein Stau auf dem Weg zur Arbeit oder Stress beim Fertigmachen der Kinder am Morgen als belastende Situationen oder auch ein paar warme Sonnenstrahlen im Gesicht oder eine freundliche Begegnung auf der Straße als angenehme Situationen.
Soll ich für jeden und jede meiner APP-Patienten und Patientinnen eine APP-Supervision vereinbaren?
Nein, die APP-Supervision soll einmalig, während der Probatorik der ersten APP-Behandlung, genutzt werden. Darüber hinaus können bei Unsicherheiten oder Probleme weitere Supervisionen freiwillig in Anspruch genommen werden. Sie ersetzt nicht die Fallsupervision. Supervisionstermine werden über OLAT vergeben.
Ich habe den Workshop belegt, habe die Hälfte aber schon wieder vergessen. Wie kann ich die Workshopinhalte auffrischen?
Der Workshop wird zukünftig digital zur Verfügung stehen. Wir arbeiten aktuell an den Aufzeichnungen. Sobald der Kurs digitalisiert ist, können die Inhalte auch nachträglich erneut angesehen und erarbeitet werden.
Was kann ich tun, wenn ich m-Path mit Patienten und Patientinnen nutzen möchte, die nicht in APP sind?
Bevor m-Path mit Patientinnen und Patienten genutzt werden kann, muss ein schriftliches Einverständnis eingeholt werden. Das Dokument befindet sich im Netzwerklaufwerk von psychoweb (/global/Uni Ambulanz/APP/ 2.3.2_A_Einwilligung_DS-Info_m-Path_Pat_251016.pdf). Lesen Sie die Einverständniserklärung sorgfältig durch und streichen Sie, was für Ihre Arbeit nicht zutrifft (z.B. wissenschaftliche Forschung). Weisen Sie Ihre Patienten und Patientinnen bei der Installation von m-Path daraufhin, dass Sie keine Klarnamen als Nutzernamen vergeben und dass sie ihren Widerherstellungscode speichern müssen. Außerdem sollten Sie als Therapeut oder Therapeutin für Ihren m-Path Account auch in diesem Fall die 2-Faktorenauthentifizierung verwenden.
Gibt es noch andere Arbeitsblätter in m-Path als Stimmungsprotokoll, ABCDE-Protokoll und Vor- und Nachbereitung der Exposition?
Aktuell stellen wir keine weiteren Arbeitsblätter zur Verfügung. Gerne pflegen wir aber neue Arbeitsblätter ein. Senden Sie uns dazu gerne Arbeitsblätter per E-Mail (psy-app@rptu.de) zu, die Sie in m-Path nutzen möchten. Bitte scannen Sie die Vorlage ein oder fotografieren Sie ab, damit wir genau wissen, welche Arbeitsblätter Sie meinen.
